Multiple-Choice-Prüfungen

Wie Sie die Ratewahrscheinlichkeit minimieren

Jeder kennt sie, die Fragen mit den vorgegebenen Antwortalternativen, bei denen es so wichtig ist, vor dem Ankreuzen genau zu lesen. Weil sie sich automatisch auswerten lassen, sind sie gerade bei großen Studierendenzahlen ein wirksames Instrument, um den Korrekturaufwand zu reduzieren. Doch muss bei der Konstruktion von solchen Fragen besonders darauf geachtet werden, dass die Aufgaben verständlich formuliert und lösbar sind – und dass die Prüfung nicht durch Raten gelöst werden kann.

Mit MC-Tests lassen sich Prüfungen mit hoher Teilnehmerzahl rasch und zuverlässig abhalten und auswerten. Geeignete Software unterstützt neben der Erstellung der Fragen auch die Auswertung der Prüfung, die Rückmeldung an die Studierenden und die Überprüfung der Aufgabenqualität. Die Qualität von MC-Fragen lässt sich durch automatisierbare statistische Auswertungen gut prüfen und damit auch leichter sichern und verbessern; Testgütekriterien wie Objektivität und Zuverlässigkeit sind in der Regel hoch. Man kann auch einfach den Schwierigkeitsgrad und die Validität messen. Und wenn man davon absieht, dass nicht jeder Mensch jede Prüfungsform mag, ist diese Art von Test relativ fair.

Der größte Nachteil dieses Formats liegt darin, dass die positiven Eigenschaften dieser Testsorte nur bei sorgfältig formulierten Fragen und Antwortalternativen („Distraktoren“) zu realisieren sind. Sonst besteht die Gefahr, durch Raten oder Kombinieren zu den richtigen Lösungen zu kommen. Zudem sind MC-Fragen nicht für alle Stufen von Lernergebnissen geeignet. Wobei MC-Tests durchaus mehr als nur Auswendiggelerntes abfragen können! Es gibt ausreichend Möglichkeiten neben einfachen Richtig-Falsch-Fragen und Wissensabfragen auch Zuordnungsfragen, Fragen nach Voraussetzungen und Konsequenzen, Analogien oder Fragen als kleine Fallstudien zu stellen.

Plausibel und gut formulierte Distraktoren sind neben interessanten Fragen das A und O guter MC-Prüfungen. So können Sie zwar das Problem des Ratens nicht lösen, aber Sie eliminieren die versteckten Hinweise durch inhaltliche oder sprachliche Schwächen. Keine MC-Frage sollte zu knacken sein, weil man das Prinzip ihrer Konstruktion verstanden hat.

Ein großes Thema sind immer auch wieder rechtliche Probleme und daraus abgeleitete Durchführungsrichtlinien. In der APSO (§ 12a) finden Sie detaillierte Vorgaben für MC-Prüfungen. Für die TU München allgemein gilt: Es darf - bei mindestens drei, aber empfohlenen vier oder mehr Antwortmöglichkeiten - nur eine richtige Antwort (single choice) geben. Für falsche Antworten gibt es 0 Punkte, es dürfen keine Punkt („Maluspunkte“) abgezogen werden.

  

  


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