Michael Schermann

Wirtschaftskriminalität verstehen: In Michael Schermanns Seminar lernen die Studierenden im Hacking-Contest, IT-Systeme und ihre Umgebung auch aus Sicht eines Angreifers zu verstehen. Für sein Lehrkonzept wurde er 2011 mit dem Ernst Otto Fischer-Lehrpreis der TU München ausgezeichnet.

Preisträger Michael Schermann (Foto: Andreas Heddergott)
Preisträger Michael Schermann (Foto: Andreas Heddergott)

Wie kann es sein, dass schwarze Kassen in Unternehmen eingerichtet und nicht erkannt werden? Wieso schaffen es Mitarbeiter, sich auf Kosten des Arbeitgebers zu bereichern? Regelmäßig zeigen öffentliche Skandale, dass white-collar crime, also Wirtschaftskriminalität, selbst bei namhaften Unternehmen eine Herausforderung ist.

Moderne Geschäftsprozesse sind heute in unternehmensweiten Informationssystemen abgebildet – von der Warenwirtschaft über die Lagerhaltung bis hin zur Buchhaltung.

Wirtschaftskriminelle nutzen Schwachstellen in diesen Systemen aus, um dolose Handlungen durchzuführen oder solche zu verschleiern. Interne Revisionen von Unternehmen oder externe Spezialisten aus Wirtschaftsprüfungsgesellschaften untersuchen diese Systeme, um Wirtschaftskriminalität möglichst schnell zu erkennen und zu verhindern.

Im Bereich IT-Sicherheit schlagen Dozenten mit sog. „Hacker Contests“ bereits seit Jahren die Brücke zwischen praktischer und theoretischer Ausbildung: Um ein Informationssystem verteidigen zu können, müssen zukünftige Sicherheitsverantwortliche lernen, das System und seine Umgebung auch aus der Sicht eines Angreifers zu verstehen. Der Wettbewerbscharakter der Veranstaltung fördert die Gruppendynamik und Kreativität der Studierenden. Dr. Michael Schermann überträgt diese Idee in seiner Veranstaltung „White-collar hacking contest“ auf den Bereich der Wirtschaftskriminalität:

Studierende treten in Teams als „Wirtschaftskriminelle“ und „Detektive“
über mehrere Wettbewerbsrunden hinweg gegeneinander an. Die Studierenden lernen dabei, Geschäftsvorfälle in modernen Informationssystemen zu analysieren und zu gestalten.

Durch die praktische Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Betrugs- und Schutzkonzepten verknüpfen die Studierenden ihr betriebswirtschaftliches Wissen mit ihren Kenntnissen zu betrieblichen Informationssystemen. Eine hohe Realitätsnähe und betriebswirtschaftliche Relevanz der Veranstaltung wird durch eine enge Kooperation mit der KPMG AG Wirtschaftsprüfungs­gesellschaft erreicht.

Das Lehrkonzept zum Download (pdf).

  

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