Leitbild "Gutes Lehren und Lernen"

Was ist gute Lehre? So einfach die Frage klingt, so schwierig ist sie zu beantworten. Studierende, wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Hochschuldidaktiker und Professoren haben lange darüber diskutiert: In einer Reihe von Workshops wurden schließlich zehn Leitlinien entwickelt, die das Selbstverständnis der TUM von einer positiven Lehr- und Lernkultur ausdrücken. Das Leitbild bietet den Lehrenden und Studierenden Orientierung, gibt Ihrem Handeln einen Rahmen und steht für den Anspruch, die Qualität von Studium und Lehre an der TUM stetig weiter zu verbessern.

Präambel
Die Technische Universität München (TUM) bildet ihre Studierenden wissenschaftlich aus. Die akademische Lehre orientiert sich deshalb an den Grundlagen und Fortschritten der Forschung. Die TUM vermittelt tiefgehendes Wissen in den Disziplinen und über die Fachgrenzen hinweg. Ihre Absolventinnen und Absolventen will sie für die internationalen Berufsmärkte stärken. In der zweistufigen Studienorganisation dient das Bachelorstudium der breiten Fundierung, das Masterstudium der Vertiefung.

Gemeinsame Verantwortung
Lehrende und Studierende übernehmen gemeinsam Verantwortung für das Gelingen des Lehrens und Lernens. Lehrende behandeln die Studierenden als Partner und ermöglichen ihnen, Verantwortung zu übernehmen. Studierende tragen Mitverantwortung für ihr Studium, u.a. durch Mitarbeit in Lehrveranstaltungen, deren Nacharbeit sowie konstruktives Feedback.

Individualität
Lehre ist am wirksamsten, wenn sie auf einer authentischen und lebendigen Beziehung zwischen den Lehrenden und Studierenden aufbaut. Da sowohl die Lehrenden (durch unterschiedliche Persönlichkeiten und Lehrstile) als auch die Studierenden (durch unterschiedliches Vorwissen und verschiedene Lernstile) heterogene Gruppen sind, kann Lehre nicht in Checklisten gepresst werden. Sie muss vielmehr als Prozess gesehen werden, in dem die Vielfalt aller Beteiligten wertgeschätzt und genutzt wird.

Gender & Diversity
Wissenschaft und Innovation in einer offenen Gesellschaft basieren auf Freiheit, Demokratie, Menschenrechten und Transparenz. In diesem Sinne bedeutet Diversity (Diversität) gegenseitigen Respekt, Partizipation und Inklusion aller Menschen in die wissenschaftliche Gemeinschaft unabhängig von Geschlecht, Nationalität, Religion und Weltanschauung, Behinderung, Alter sowie sexueller Identität. Nur so können das Potenzial und die spezifischen Talente und Fähigkeiten jedes Mitglieds der Gesellschaft zur vollen Entfaltung gelangen. Aufgrund ihrer Eigenschaft als Technische Universität erachtet die TUM Gender-Fragen als besonders wichtig quer durch alle Diversity-Bereiche.

Wissenschaftlichkeit
Die TUM orientiert die Lehre an der Forschung. Alle Lehrenden sind zugleich auch Forschende und lassen ihre Erkenntnisse in die Lehre einfließen.
Die Prinzipien wissenschaftlichen Arbeitens werden in der Lehre erfahrbar. Dazu gehören: Streben nach Erkenntnisgewinn, Risikobereitschaft und Umgang mit Unsicherheit, kritisches Hinterfragen, tiefes Durchdringen eines Themas, adäquate Berücksichtigung des geistigen Eigentums anderer.

Kompetenz- und Zielorientierung
Lehren und Lernen orientieren sich an dem angestrebten Kompetenzprofil der Absolventen. Dieses umfasst fachliche ebenso wie überfachliche Kompetenzen. Durch die Gestaltung von Lehren, Lernen und Prüfen wird sichergestellt, dass die Studierenden diese Kompetenzen schrittweise erwerben können. Um die intrinsische Motivation der Studierenden als wichtigste Triebkraft des Lernens zu stärken, muss jede Komponente der Lehre einen erkennbaren Bezug zum Ziel des Studiengangs haben.

Aktivierende Lehre, aktives Lernen
Lehrende geben Studierenden Raum, mitzudenken und mitzuarbeiten und zwar innerhalb und außerhalb von Lehrveranstaltungen.

Rahmenbedingungen
Die TUM ermöglicht gutes Lehren und Lernen, indem sie eine lernfördernde Infrastruktur bereitstellt, die Mitgestaltung durch Lehrende und Studierende unterstützt sowie Anerkennungs- und Anreizsysteme für die Lehre einsetzt.

Innovation
Die TUM gibt Lehrenden und Studierenden vielfältige Möglichkeiten, Ideen zur Verbesserung und Weiterentwicklung der Lehre zu entwickeln und zu verwirklichen. Dieses zeigt sich u.a. in der vertrauensvollen Zusammenarbeit von Studierenden, Lehrenden und der Hochschulleitung bei der Verteilung der Studienbeiträge sowie bei der Vergabe von Lehrpreisen und Freisemestern für die Lehre.

Internationalität
Die Lehre an der TUM ist für alle internationalen Studierenden attraktiv. Die TUM unterstützt Studienaufenthalte an leistungsfähigen Universitäten im Ausland. Mit ihrer guten globalen Vernetzung und ihren zahlreichen Gästen und Studierenden aus dem Ausland bietet die TUM ein international geprägtes Studium.

Qualitätsorientierung
Gute Lehre muss sich an die sich stetig verändernden Konstellationen von Lehrpersonen, Studierenden, Forschungsergebnissen und Anforderungen anpassen. Dazu wird eine Feedback-, Evaluations- und Diskussionskultur zwischen allen an der Lehre mittelbar und unmittelbar beteiligten Personen etabliert – von den Studiengangskoordinatoren über die Lehrenden und Lernenden bis hin zu Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Service-Einrichtungen.

Stand: April 2012

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