Verzahnung von Selbstlernphasen mit Präsenzphasen

Wie Sie Ihre Studierenden zum Selbstlernen anregen können

Der Einfluss der Hochschullehrenden auf das tatsächliche Lernverhalten der Studierenden wird meist überschätzt – und in anderer Hinsicht unterschätzt: einerseits findet der Großteil des Lernens im Studium außerhalb der Lehrveranstaltungen als Selbstlernen statt, andererseits aber können die Möglichkeiten, diese Lernphasen gezielt einzubinden und zu unterstützen, gezielt genutzt werden.

Damit Studierende ihr Lernen selbst steuern können, müssen sie wissen, was sie wie lernen müssen und wo sie gerade stehen. Machen Sie also in Ihrer Veranstaltung transparent, was Ihre Studierenden während des Semesters in und über die Präsenzveranstaltung hinaus lernen sollen. Geben Sie einen Referenzrahmen vor, der die zu erreichenden Lernergebnisse in ihrer Struktur und in den Etappen definiert, und weisen Sie immer wieder auf wichtige Inhalte, Strategien und Zusammenhänge hin. Schaffen Sie gezielt Anlässe, die Selbstlernen unterstützen: beispielsweise durch Übungen, Hausaufgaben, Quizze, Zwischenklausuren, Lernportfolios. Stellen Sie den Studierenden Ressourcen zur Verfügung und helfen Sie ihnen dabei, sich selbst und ihren Lernfortschritt einzuschätzen.

Unterstützen Sie die Studierenden dabei, die für sie richtigen Lernstrategien und Lerntechniken zu finden: Erklären Sie die Techniken und geben Sie Metaerklärungen, warum und wie sie funktionieren. Oder ermutigen Sie die Studierenden, an Kursen zur Lernkompetenzstärkung teilzunehmen. Fördern Sie kooperatives Lernen in Teamarbeit, so dass die Studierenden auch voneinander lernen und sich Feedback geben können.

Rechnen Sie aber auch immer mit Widerständen, denn oft haben die Studierenden die Erwartung, dass ihnen das Wissen mundgerecht serviert wird. Auch der typische Lernzyklus vieler Studierender, während des Semesters nur in kleinen Dosen zu lernen und sich erst zur Prüfungsvorbereitung mit den Inhalten vertraut zu machen, sollte Sie nicht entmutigen. Selbststudium kann und muss gelernt und gelehrt werden wie alles andere auch – und denken Sie daran: wie jeder Lernprozess, braucht das auch Zeit.

  

  

  


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Grundprinzipien und Erfolgsfaktoren guter Lehre -

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