Lena Lämmle

"Deliberate Practice": So können Lern- und Aufmerksamkeitsleistung sowie das allgemeine Engagement von Studierenden gesteigert werden. Für ihr Lehrkonzept wurde Lena Lämmle 2011 mit dem Ernst Otto Fischer-Lehrpreis der TU München ausgezeichnet.

Was unterscheidet einen professionellen Marathonläufer von einem Freizeitathleten? Die Freizeitläufer geben an, während des Rennens an verschiedene Dinge zu denken, die sie von der zunehmenden Erschöpfung ablenken. Professionelle Marathonlaufer hingegen beobachten sich selbst und zählen etwa ihre Schritte beim Ein- und Ausatmen, um ein bestimmtes Verhältnis zu erreichen. Dieses zielgerichtete, aktive und bewusste Üben und Lernen bezeichnet man als „Deliberate Practice“: der eigene Lernprozess wird aufmerksam überwacht und die Person arbeitet kontinuierlich an sich selbst.

Die Psychologin Lena Lämmle
überträgt die Lernform jetzt von der sportlichen Leistungselite auf die universitäre Lehre. Um eine optimale Leistung zu erreichen, ist der Lernende auf einen Mentor angewiesen, der die Deliberate Practice initiiert, anleitet und überprüft. Dass die Methode auch in der Hochschullehre mit mehr als 200 Studierenden möglich ist, zeigte eine Vergleichsstudie von Wissenschaftlern um den Nobelpreisträger und Physiker Carl Wieman: Bei einer Versuchsgruppe von Studierenden wurde nicht nur die Lern- und Aufmerksamkeitsleistung um etwa 30 Prozent gesteigert, sondern auch das allgemeine Engagement.

Der Gewinn des Ernst Otto Fischer-Lehrpreises ermöglicht es Lämmle, das Studienkonzept an der TUM erstmals über die gesamte Dauer eines Semesters umzusetzen und um zwei weitere Methoden des Deliberate Practice zu erweitern: das so genannte „Reciprocal Teaching“ und die „Gruppenralley“.

Beim Reciprocal Teaching, bei dem Dozenten und Studenten ihre Rollen tauschen, entwickeln die Studierenden beispielsweise selbst Multiple Choice-Fragen zu den vermittelten Inhalten. Der Dozent wählt dann die besten Fragen aus und stellt diese in der nächsten Veranstaltung.

Hier kommt dann die Gruppenrallye ins Spiel: Um die Lernmotivation zu steigern, treten die Lerngruppen im Wettbewerb gegeneinander an. Die Lehrveranstaltungen werden durch das sogenannte „Clicker-System“ gestützt, bei dem ähnlich wie bei der Publikumsfrage des Fernsehformats „Wer wird Millionär“ vorgegangen wird: die Studierenden können aktiv Fragen in der Vorlesung beantworten und erhalten ein unmittelbares Feedback.

Das Lehrkonzept zum Download (pdf).

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